Hessen

Über die hessischen Trachten könnten mehrere Bücher geschrieben werden, denn es gibt 29 verschiedene Trachten. Da dies den Rahmen dieser Seite „sprengen“ würde, werden im Folgenden stellvertretend zwei Trachten vorgestellt werden.
Eine von ihnen ist die Hinterländer Tracht aus der Region Mittelhessen, die zu den ältesten Trachten Deutschlands gehört. Die dominierende Farbe war schwarz. Auf den Ärmeln der Motzen, den Brusttüchern und den Strumpfbändern befanden sich bunte Stickereien. Außerdem konnte an der Farbe der Schürze, des Halstuches und der Schuhlasche das Alter und der Familienstand der Frau abgelesen werden. Unverheiratete Frauen und Mädchen kleideten sich mit roten Trachtenaccessoires, in Grün waren die Trachtenaccessoires der jungen verheirateten Frauen, während Blau und Violett von den älteren verheirateten Damen getragen wurden. Witwen und Frauen ab dem ersten Enkelkind trugen ausschließlich Schwarz. Die Hinterländer Männertracht bestand aus einem blauen oder weißen Kittel, einem weiten Hemd mit schwarzer Schleife, einer bunten Weste, einem dunkelblauen Tuchrock, einer Stoffhose und einem Hut mit breiter Krempe.
Die Marburger Tracht unterschied zwischen der evangelischen und der katholischen Tracht. Die Marburger evangelische Tracht zeichnete sich durch einen Rock aus, der bis über die Waden ging und im oberen Teil in Falten gelegt war. Am unteren Rockende fanden sich zumeist Spitzen und Borden. Unter dem Motzen, der einen großen Ausschnitt hatte, trug die Frau ein Leibchen, um den Oberrock und die Unterröcke zu halten. Die Bein- und Fußbekleidung bestand aus selbst gestrickten Strümpfen und flachen Schuhen. Die Haare der Frau wurden gebunden, in zwei Zöpfe geflochten und zum Schnatz aufgesteckt. Die Männer kleideten sich bei der Marburger evangelischen Tracht mit einer Kniebundhose aus Leder, die von bestickten Hosenträgern gehalten wurde. Wahlweise trugen sie eine schwarze lange Hose. Die Oberbekleidung bestand aus einem gestickten Trachtenhemd und einer mit Blumen bestickten Weste. Auf dem Kopf trug der Mann einen nach hinten spitz zugehenden Hut mit einer breiten Krempe. Abgerundet wurde die Männertracht mit gestrickten Strümpfen, Stiefeln oder Schnallenschuhen.
Bei der Marburger katholischen Tracht schmückte sich die Frau in der ersten Zeit mit einer Kappe oder einer Haube, die später von einem Kopftuch ersetzt wurden. Der Rock konnte blaurot, grau, grün oder zu besonderen Festen auch mal rot sein. Das bunt bestickte Brusttuch hing mit seinen Enden bis über den Rock, das an Sonn- und Festtagen getragen wurde. Ältere Damen trugen ausschließlich eine schwarze Tracht. Die Männer zogen sich ein besticktes Trachtenhemd, eine lederne Kniebundhose mit Hosenträgern, weiße Strümpfe, Stiefel oder Schnallenschuhe an. Auf den Kopf setzten sich die Männer eine Fellmütze. Insoweit sind bestehen nur geringe Unterschiede zur Marburger evangelischen Tracht.

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