Sachsen / Erzgebirge

In Sachsen wurden Trachten vor allem im Erzgebirgsraum getragen und hier vorwiegend im Bergbau. Aus der Zeit um 1550 stammen die ersten schriftlich erwähnten Trachten. Generell unterschied man zwischen der Alltags- und Festtagstracht.

Charakterisierend für die Tracht der Bergleute ist ein weißes Gewand, die Bergtasche, auch unter der Bezeichnung Tscherpertasche bekannt, das Arschleder, der Gugel und die Kniebügel. Das Arschleder nannte man auch Bergleder und war ein zumeist dreieckiges Lederstück, das am Leibriemen getragen wurde. Das Arschleder schützte nicht nur vor dem Durchwetzen des Hosenbodens während der Arbeit im Bergbau, sondern darüber hinaus vor Bodennässe und Kälte beim Sitzen. Der Kniebügel wurde, wie das Arschleder, aus Leder gefertigt und diente dem Schutz der Kniescheiben beim Arbeiten. Der Gugel ist eine kapuzenartige Bedeckung für den Kopf und die Schultern, der vorwiegend aus Wolle gefertigt wurde.

Über die Erzgebirgstracht der Frauen ist nicht viel bekannt. Sie wurde erst 1936 eingeführt und als Vorbild diente die Renaissancebekleidung von Barbara Uthmann, eine Unternehmerin aus dem Erzgebirge. Auffällig war die Kopfbedeckung der Frauen. Denn dabei handelte es sich um eine glitzernde Krone, welche symbolisch für die beim Bergbau gewonnenen Edelsteine stand.

Eine andere sächsische Tracht ist die Festtagstracht aus Tartlau. Die Frauen trugen einen schwarzen Tuchrock und darunter einen weißen Leinwandunterrock mit Spitze. Um den Rock banden sie sich eine weiße oder dunkelblaue Tüllschürze mit einem Spangengürtel, verziert mit einem breiten Band aus Samt, auf dem wiederum ein goldenes Band aufgenäht war. Außerdem zogen sich die Frauen ein weißes Trachtenhemd an mit einem am Ärmel der Länge nach handgearbeiteten, zumeist genetzten Einsatz. Den Halsausschnitt und die Ärmelbündchen schmückte eine schöne Faltenstickerei. Zur Tartlauer Frauentracht gehörte zudem ein krauser Mantel, bei dem es sich um einen Umhang aus schwarzem Tuch handelte. Die Fußbekleidung bestand ursprünglich aus Lederstiefeln, später setzten sich Stiefeletten und hohe Schnürschuhe durch. Auf dem Kopf trugen die Frauen eine schwarze Haube, „Burzenländer Haube“ genannt, wobei unter dem Kinn kurze und hinten im Nacken lange in goldfarben bestickte Samtbänder herab hingen.

Die Tartlauer Männertracht erkannte man an einem blauen Kirchenrock mit engen dunklen Tuchhosen, die in langen schwarzen Stiefelröhren steckten. Dazu trugen die Männer einen bunt verzierten Gürtel aus Leder. An den kalten Tagen wärmten sich die Männer unter dem Kirchenrock mit einer, häufig aus Schafsfell hergestellten, Weste. Auch gehörte zur Tartlauer Tracht für Männer ein weißes Leinenhemd und eine schwarze kurze Samtkrawatte, die mit bunter Seide verziert war. Auf den Kopf setzten sich die Männer einen schwarzen Hut mit einem breiten Band aus Samt, dessen Enden im Nacken als Fransen herunter hingen. An kalten Tagen trugen die Männer eine Pelzkappe. Die Männer zogen ihre Tracht vor allem zum sonntäglichen Gottesdienst, an Hochzeiten und zu Beerdigungen an.

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