Schleswig-Holstein

Zu den Trachten Schleswig-Holsteins, die im 18. und 19. Jahrhundert getragen wurden, gehören unter anderem die Dithmarsche Tracht, die Nordfriesische Tracht, die Angeliter Tracht und die Elbmarsche Tracht. Bemerkenswert ist, dass es in Schleswig-Holstein bedeutend mehr Frauentrachten als Männertrachten gab.
Ein Großteil der Trachten war in Schwarz gehalten, sofern es sich um eine Tracht handelte, die im Alltag getragen wurde. Trachten hingegen, die an Sonntagen, zu einer Hochzeit oder einer Taufe angezogen wurden, waren aus Seide, schön bestickt und sehr farbenfroh. Typisch für eine Tracht aus Schleswig-Holstein ist ein vertikal gestreifter Rock aus Wollstoff mit einer am Ende aufgenähten Kordel. Außerdem wurde zumeist ein Schultertuch vorn in den Ausschnitt gesteckt.
Die Dithmarsche Frauentracht zeichnet sich durch ein dunkles Übergewand mit farbigen Einsatz vorn und dazu passenden Ärmelabschlüssen aus. Dabei wurde das Gewand mit einem Gürtel zusammengehalten, der wiederum mit einer Fibel geschlossen wurde, an dem ein Taschentuch, eine Hofleiste und ein Beutel hingen. Auf dem Kopf trug die Frau einen Kagel – eine zweifarbige, kapuzenförmige Kopfbedeckung. Zudem waren auf dem Kagel versilberte oder vergoldete Knöpfe angebracht, wobei sich die Anzahl der Knöpfe nach der Zahl der Kinder der Trachtenträgerin richtete. Die Dithmarsche Männertracht war, wie so oft, der Frauentracht weitestgehend angepasst. Charakteristisch für die Männertracht war das dazu getragene Kurzschwert, Tsake genannt, das symbolisch für die freie Bauernrepublik stand.
Bei der Nordfriesischen Tracht hat sich die Amrumer Tracht sehr an der Föhringer Tracht orientiert. Trägerinnen der Föhringer Tracht erkannte man an einer weißen Batistschürze mit Lochstickerei und einem aufwändig gebundenen Kopftuch, das mit einer Blumenbordüre verziert war. Eine verheiratete Frau trug zusätzlich unter dem Kopftuch eine rote Haube, die mit schwarzen Perlen bestickt war. Abgerundet wurde die Föhringer Frauentracht mit einer Silberkette, an der sich ein Amulett mit einem Kreuz, einem Herz und einem Anker befand.
Die Angeliter Frauentracht bestand aus einem Wollkleid, wobei der Rock einen schwarzen Samtstreifen hatte. Außerdem trug die Frau ein seidenes Schultertuch und eine schwarze Haube aus Samtstoff. Die Männer kleideten sich mit einer Kniebundhose und einem weißen Bauernhemd, das mit einem Stehkragen, einer kleinen Knopfleiste und einem eingestickten Monogramm verziert war. Unter dem Hemdkragen trugen sie außerdem ein Halstuch aus schwarzem Kattun.
Charakteristisch für die Elbmarsche Tracht ist ein dunkler Rock und eine dunkle Jacke, wozu sich die Frau ein weißes Schultertuch und eine helle Schürze umband. Vorn in die Jacke wurde ein Brustblatt mit aufwändiger Silberstickerei gesteckt, das den Wohlstand der Marschbauern wieder spiegelte.
Nach wie vor finden sich viele Trachten in Schleswig-Holstein, die vor allem von Mitgliedern in Volkstanzgruppen und Trachtenvereinen getragen werden.

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